Mit dem Rollstuhl durch Tegel – geht das gut?

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Wie barrierefrei ist Reinickendorf? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wagte Felix Schönebeck von der Initiative „I Love Tegel“ den Selbstversuch und verbrachte einen Tag im Rollstuhl, um sich in die Lage von Betroffenen zu versetzen. Gemeinsam mit der an Multiple Sklerose erkrankten Janine Malik machte er sich am 03. Dezember, dem Internationalen Tag für Menschen mit Behinderung, auf die Suche nach Barrieren in Tegel.

Unsere Tour begann an der Tegeler Polizeiwache. Diese selbst ist zwar barrierefrei, der anliegende U-Bahnhof Borsigwerke leider nicht. Auch der U-Bahnhof Holzhauser Straße hat keinen Aufzug. Das geht gar nicht! Im Anschluss testeten wir die Hallen am Borsigturm. Hier gab es lediglich kleinere Probleme, die ich bereits in einem Gespräch mit dem Centermanager erörtern und lösen konnte. An sich ist der öffentliche Raum in Tegel schon relativ behindertengerecht, auch wenn selbstverständlich hier und dort noch Verbesserungen möglich sind. Gefreut hat mich die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen in Tegel„, fasste Schönebeck die Erfahrung des Tages zusammen.

Barrierefreiheit Tegel

Felix Schönebeck an der Hürde Bordstein, Bildautor: Paul Jaczek

Probleme machen nach seinen Schilderungen vor allem kleine Dinge: nicht ausreichend abgesenkte Bordsteine, zu große Lücken im Kopfsteinpflaster und falsch parkende Autos, die das sichere Überqueren von Straßen erheblich erschweren. Leider sind auch viele Geschäfte in Tegel nicht barrierefrei. Eine Vielzahl ist ausschließlich über Stufen zugänglich oder innen so unvorteilhaft strukturiert, dass man als Rollstuhlfahrer chancenlos ist.

Wir wollen nicht belehrend den Zeigefinger heben, sondern die Menschen sensibilisieren und die Geschäftsleute dazu bewegen, Barrierefreiheit bei Umbaumaßnahmen und Renovierungen zu berücksichtigen. So werden wir beispielsweise aufmerksam den Umbau des Tegel Centers begleiten„, erklärte Schönebeck weiter.

Barrierefreiheit Tegel

Janine Malik, Felix Schönebeck, Bildautor: Paul Jaczek

Janine Malik zeigte sich begeistert von der Aktion: „Ich fand es mutig von Felix, dass er sich der Herausforderung gestellt hat. Er hat sich wacker geschlagen und alle Hürden gemeistert. Ich hab ihn bei unserer Tour keineswegs verschont! Ich habe ihn über Kopfsteinpflaster gejagt, er blieb an Bordsteinkanten hängen, lernte kurze Ampelphasen kennen und musste mit den Blicken der Passanten umgehen. Auch einen Coffee-to-go musste er uns holen. Nicht ganz einfach!

Nach dem Selbstversuch beginnt nun die Lösungssuche. Schönebeck wird sich dafür stark machen, dass die erkannten Barrieren schnell und möglichst unbürokratisch beseitigt werden. Dafür steht er bereits in Kontakt mit dem Bezirksamt, Stammtischen und den Geschäftsleuten in Tegel. Der Filmemacher Paul Jaczek hat den Selbstversuch übrigens mit seiner Kamera begleitet. Eine kurze Dokumentation zum Thema wird in Kürze auf Facebook und auf www.ilovetegel.de zu sehen sein.

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4 Kommentare

  1. Sich für Rollstuhlfahrer einzusetzen und zu helfen finde ich toll. Hier wird jedoch eine größere Gruppe vergessen. Rentner die schwer zu Fuß sind. Was nicht in den Betrag passt, ist der Kommentar über fehlende Fahrstühle. U-Borsigwerke ist keiner und ja auch Holzhauserstr. nicht, jedoch wurde der neue Fahrstuhl U-Tegel außer acht gelassen. Absicht?

    • Es ging hier um die allgemeine Barrierefreiheit. Dennoch gehört es dazu auch zu sagen das Holzhauer Str. und Borsigwerke kein Aufzug vorhanden ist.